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Hortensien: Pflanzen und pflegen

Unser Hortensien-Experte Christian Wanning gibt wertvolle Tipps zum richtigen Standort, Düngung, Wässerung und Schnitt von Hortensien.


Standort

Schatten
Für schattige Lagen eignen sich vor allem die Eichblatthortensie und die Samthortensie.
Um Wände zu begrünen, ist die Kletterhortensie hervorragend geeignet. Selbstständig heftet sie sich auf allen glatten und rauen organischen Unterlagen an. Sie gedeiht prächtig auf allen schattigen und halbschattigen Wänden.

Halbschatten
Bauernhortensie, Ball Hortensie (Annabell Hortensie), Kletterhortensie sowie alle Rispenhortensien eignen sich für halbschattige Standorte. 

Sonne
Vor allem die Rispenhortensie ist für sonnige Standorte geeignet.


Pflanzung in Töpfen

Hier empfehlen wir vor allem Ballhortensien, kompaktwachsende Rispenhortensien oder Bauernhortensien. Natürlich lassen sich auch andere Hortensien in Gefäßen halten – aufgrund des starken Wachstum eignen sie sich allerdings nur kurzzeitig hierfür.


Boden / Düngung

Der Boden sollte vor allem locker und nährstoffreich sein. Denn: Wie bei allen Pflanzen mit großen und üppigen Blüten benötigen sie viele Nährstoffe. Aber Vorsicht: Viel hilft nicht immer viel! Zu starke Düngung wird an den salzempfindlichen Hortensien-Wurzeln schlecht vertragen.

Als Dünger eignen sich für Hortensien generell alle „Gartendünger", also Dünger, deren Zusammensetzung nicht speziell für eine Gattung zusammengesetzt wurde. Blau blühende Hortensien benötigen hingegen einen Spezialdünger, um ihre Blütenfarbe zu halten. Dazu bedarf es eines geringen pH-Wertes im Boden (saurer Boden) und einer regelmäßigen Zugaben eines Blütenblaumachers („Hortensien Blau"). Hortensien, die einst rosa waren und z. B. dicht an Rhodos oder ähnlichem Moorbeetgewächsen wachsen, werden mit der Zeit meist natürlich bläulich.

Nach dem Winter, im März, kann die erste Düngung erfolgen. Hierbei reicht etwa eine Handvoll Dünger, gut 30g/m². Die Düngung kann im Mai noch einmal wiederholt werden.

Bei allen Hortensien in der Gefäßkultur empfehlen wir zusätzlich eine dritte Düngegabe im Juni, um der Pflanze genügend Power zu geben. Keinesfalls sollte nach Juli gedüngt werden, da dadurch das Aushärten der Triebe vor dem Winter verhindert wird und die Pflanze erfrieren könnte.

Nach dem Düngen sollten Sie die Pflanze gut wässern. Somit lösen sich die Salze des Düngers auf und die Nährstoffe werden freigesetzt.


Wässerung

Allen Gartenliebhabern ist bewusst: Es gibt kaum ein Gehölz, welches derartig viel Wasser verbraucht wie die Hortensie. Dabei variiert der Bedarf erheblich zwischen den einzelnen Sorten und Arten. Generell aber benötigen alle Hortensien einen gleichmäßig feuchten Boden, bzw. Substrat.

Kurzzeitige Trockenheit oder Hitze sowie extreme Wärme werden durchaus vertragen, sofern nachher genug gewässert wird. Zwischen Mai und Ende August sollten Sie Ihre Hortensien einmal bis zweimal täglich wässern, natürlich je nach Temperatur und Witterung. Dabei gilt: Je sonniger und wärmer der Standort, umso mehr Wasser benötigt die Pflanze.

Vor allem der August nimmt hier eine wichtige Stellung ein, da alle klassischen Bauernhortensien in diesem Monat ihre Blüten für das kommende Jahr anlegen. Eine Unterversorgung verursacht eine Minderung der Blüte im darauffolgenden Jahr oder gar einen "Totalausfall" (wie auch beim falschen Schnitt).


Schnitt


Kletterhortensien

Nach Möglichkeit gar nicht schneiden. Falls geschnitten werden muss, ist der Juni ideal. So hat die Pflanze genügend Zeit, um neue Blütenknospen anzulegen.


Ball- oder Annabellhortensien

Müssen jedes Jahr im März auf die Hälfte zurückgeschnitten werden. Ein regelmäßiger Schnitt fördert die Blütenanzahl sowie die Größe der Blüten erheblich. Selbst starke Schnittmaßnahmen werden gut vertragen. Gültig für alle Sorten wie: Annabelle, Pink Annabelle sowie Annabell Typ Grandiflora.


Rispenhortensien

Werden ähnlich stark geschnitten. Hierbei sollte man min. 1/3 der Gesamthöhe aus der Pflanze nehmen. Zusätzlich empfehlen wir, alle sehr kleinen und dünnen Triebe radikal zu entfernen. Denn: Nur starke und vitale Triebe können die langen Rispen tragen.

Während des Schnitts, ist darauf zu achten, dass sich später ein gefälliger Wuchs ergibt. Dabei gilt: Die Triebe in der Mitte am längsten lassen, die Triebe am Rand am kürzesten schneiden. Gültig für alle Sorten wie Limelight, Little Lime, Bobo, Pinky Winky, Phantom, Bomshell, Wims Red, Butterfly sowie Grandiflora.


Bauernhortensien

Typ 1

Erst spät im Frühjahr, etwa im April, sollten nur alte Blüten entfernt werden. Bis dahin belässt man sie zum Schutz vor Frost am Strauch. Erst dann wird direkt unter dem alten Blütenstand geschnitten.
Sehr alte Pflanzen werden verjüngt, indem man nach dem Winter alte Triebe komplett entfernt. Die Pflanze treibt dann aus ihrem Herz neue Triebe von unten nach. Diese Maßnahme wird erst bei sehr alten Exemplaren empfohlen (älter als 10-15 Jahre). Und dieses auch nur, wenn sie wenig blühen und nur noch kleine Blüten bilden. Dieser Prozess der Komplettverjüngung dauert oft einige Jahre, da nicht alle Triebe gleichzeitig entfernt werden, weil man andernfalls bis zu zwei Jahre lang gar keine Blüte hat und die Pflanze extrem schnell und wackelig nach oben schießt.

Typ 2

Endless Summer/Forever and ever, Everbloom, Diva Fiore Hortensien – hinter diesen sehr blumigen Namen verbergen sich Hortensien, die am einjährigen Holz blühen. Das heißt: Bei diesen Hortensien darf die Schere auf nahezu jeder Höhe angesetzt werden, ohne einen Blühausfall zu riskieren.
Empfohlen wird jedoch, ähnlich wie bei Rispenhortensien, ein Drittel der gesamten Höhe (etwa im März) herauszuschneiden. Wichtig: Jeder starke Schnitt geht auch mit genauso starkem Wachstum (und damit Instabilität) einher.